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Verwaltung gegen Food Waste: Vom Stiel bis zum Kern

17. Februar 2020

Als Energiestadt zertifizierte Gemeinde ist Münchenstein bestrebt, in vielerlei Hinsicht mit gutem Beispiel voran zu gehen und eine Vorbildrolle einzunehmen. Die Entsorgung von geniessbaren Lebensmitteln und damit verbundenen Ressourcenverschwendung hat einen enormen Einfluss auf die CO2-Emissionen. Nach der Foodwaste-Ausstellung vom September 2019 trafen sich nun vergangenen Donnerstag Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung zu einem Kochevent, bei dem Nahrungsmittel verarbeitet wurden, die sonst im Abfall gelandet wären.

Es sind Zahlen, die nachdenklich stimmen: Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel gehen auf dem Weg vom Feld auf den Teller verloren - rund 2 Millionen Tonnen. Pro Person und Tag landet in der Schweiz eine durchschnittliche Mahlzeit im Müll.

Im vergangenen September zeigte die Energiestadt Münchenstein im Rahmen des Projekts KLAR mit der Ausstellung des Vereins foodwaste.ch auf, wie die Verschwendung von Lebensmitteln minimiert werden kann. Die örtlichen Primarschul- und Sekundarschulklassen besuchten nicht nur die Ausstellung, sondern bauten das Thema Foodwaste auch in den Unterricht ein.

Vergangenen Donnerstag, 13. Februar, waren nun die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung am Zug: Beim Kochevent "Lebensmittelrettung – vom Stiel bis zum Kern" in der Kochnische in der Markthalle Basel wurde ausschliesslich aus Zutaten, die weggeworfen worden wären, ein komplettes Menu zubereitet, das im Anschluss auch gemeinsam verzehrt werden durfte.

"Fast die Hälfte des gesamten Foodwaste in der Schweiz passiert in den privaten Haushalten", widersprach Umweltpädagoge David Iten dem Klischee, dass der überragende Löwenanteil der Verschwendung vom Feld, aus dem Detailhandel und aus der Gastronomie stammt.

Und so griff man motiviert zur Kochkelle: Unter Instruktion von David Iten und Arbeitskollegin Barbara Schumacher wurde zerkleinert, gemörsert, geschnitten und je länger je mehr auch gekocht, gebraten und gebacken. Aufgrund der Auswahl der Produkte war Kreativität gefragt und das Resultat, bestehend unter anderem aus Gemüsesuppe, Salat mit Erdnussdressing, Semmelknödeln mit Kürbissauce und Fruchtsalat mit Fotzelschnitten und Joghurt wusste zu überzeugen – und schmeckte vorzüglich.

Am geselligen Kochevent wurden rund 35 Kilo Lebensmittel verwertet, die ansonsten in der Tonne gelandet wären. Das mag in Bezug auf die genannten Zahlen zum Foodwaste ein Tropfen auf den heissen Stein sein. Die Teilnehmenden nahmen aber ohne Frage viele nachhaltige Erkenntnisse für die heimische Küche mit.

Ein solcher Kochevent kann Unternehmen, Vereinen, Institutionen, privaten Gruppen etc. wärmstens empfohlen werden.

Weitere Informationen zu Foodwaste in der Schweiz: www.foodwaste.ch

Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung verarbeiten Lebensmittel, die sonst in der Tonne gelandet wären
Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung verarbeiten Lebensmittel, die sonst in der Tonne gelandet wären

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